Wer zur falschen Zeit isst, kann sich den Schlaf ruinieren
Shownotes
Die meisten Leute haben eine gute Vorstellung davon, welche Lebensmittel gesund und welche ungesund sind. Brokkoli etwa: gesund. Paprika, Linsen und Walnüsse: genauso zu empfehlen. Chips, Limonade, Schokoriegel und Donuts hingegen: ungesund. Die wenigsten allerdings machen sich Gedanken um das Drumherum der Nahrungsaufnahme, um die Tageszeit und Umstände.
Die Bedeutung des Wie beim Essen besprechen wir in dieser Podcastfolge. Andreas Michalsen verrät, warum man immer gut kauen sollte, was das Abendessen mit der Schlafqualität zu tun hat und warum es keine gute Idee ist, unter großem Stress eine Mahlzeit einzunehmen. Außerdem beantwortet er Fragen seiner Leser und erzählt, was er zum WM-Finale gesnackt hat.
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Transkript anzeigen
00:00:03: Die meisten Leute haben eine relativ genaue Vorstellung davon, welche Lebensmittel gesund und welche ungesund sind.
00:00:10: Brokkoli etwa klarer Fall – gesund!
00:00:12: Chips genauso klar ungesunder.
00:00:14: Die wenigsten allerdings machen sich Gedanken um das drumherum der Nahrungsaufnahme, um den Kontext, um die Tageszeit und um die aktuellen Umstände.
00:00:22: Genau darüber aber spreche ich jetzt mit dem Ernährungsmediziner und FHZ-Kolumnisten Andreas Michalsen.
00:00:27: Einmal im Monat vertiefen wir in diesem Podcast das Thema der zuletzt erschienen Folge aus der Kolumne Richtig Essen, und im Anschluss beantwortet Andreas Michalsen ihre Fragen.
00:00:36: Die E-Mailadresse lautet richtig-essen at fhz.de.
00:00:40: Mein Name ist Kai Spanke.
00:00:41: Hallo Andreas
00:00:43: Ja hallo Kai!
00:00:45: Wir sprechen heute nicht über was beim Essen sondern über wie.
00:00:49: also nicht darüber was man essen oder eben nicht essen sollte, sondern wie man essen sollte.
00:00:55: Und das ist zumindest für den Lein ein recht unterbeleuchtetes Thema.
00:01:00: es geht wenn man sich über Ernährung informiert ja eher immer um Dinge wie Ballaststoffe Diäten Proteine Oder durch die falsche Ernährungs entstandene Krankheiten.
00:01:10: Ist das Wie beim Essen etwas dass die Ernährungen Medizin ausreichend im Blick hat?
00:01:16: Nein, also die richtige Frage und die Antwort lautet nein.
00:01:20: Die Ernährungsmedizin hat das weitgehend ausgeblendet oder zumindest zu viel ausgeblended.
00:01:28: Ich verstehe das warum sie es ausgeblenden hat.
00:01:32: Die ganze Ernährungsmedizin und Wissenschaft dreht sich ja die ganze Zeit um Nährstoffe.
00:01:36: was ist drin?
00:01:38: Und was fehlt?
00:01:39: Was ist zuviel?
00:01:44: Es ist naheliegend, dass man wenn man immer nur sich darüber definiert gar nicht mehr dran denkt.
00:01:49: ja was kommt denn am Ende eigentlich auch an.
00:01:52: Wir hatten da ja schon mal in der Ernährungsmedizin so eine Überraschung als das Daum Mikrobiom als großer Player in dem Gebiet auftauchte.
00:02:02: und aber im Zuge sozusagen gibt es jetzt endlich wieder so ein vermehrtes Interesse mit der Frage Was passiert eigentlich mit dem, wenn wir es uns in den Mund schieben?
00:02:14: und kommt denn am Ende auch wirklich alles in der Zelle an?
00:02:18: Du nennst in deiner aktuellen Kolumne drei Ernährungsregeln die – wenn man sie dann beachtet – besondere Vorteile bringen.
00:02:24: Nämlich erstens lange und gut kauen zweitens drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen und drittens nicht bei Stressessen.
00:02:32: Wir arbeiten das jetzt mal nacheinander ab.
00:02:35: Was ist so gut daran, das Essen ordentlich durchzukommen?
00:02:38: Es ist quasi ein wesentlicher Teil der Verdauung oder man könnte sagen der Vorverdauung.
00:02:44: Klar es mag einen Darmtrakt immer noch das relativ Wichtigere aber das kann man allein schon an der Anatomie durch deklinieren.
00:02:53: also die Zähne sind ja zum Zeit kleinern der Nahrung da und so wie das aufgebaut ist auch mit den Schneidezähnen Die Backenzähne ist relativ klar, dass soll verfeinert werden.
00:03:05: Aber das alles Entscheidende ist eigentlich, dass bereits in den Speicheldrüsen Verdauungsenzyme sind und das macht ja die Natur nicht so aus Jux-und-Dollerei.
00:03:16: Die Natur macht ja nichts ohne einen funktionalen Hintergrund.
00:03:21: also da ist vor allem Kohlenhydratenzymen Die Amylase reichlich drin, aber auch ein bisschen Lipase.
00:03:28: Und das Interessante ist dass man eben auch gelernt hat die ganze Verdauung an sich die beginnt im Kopf.
00:03:34: also das ist die Käfale Phase nennt man das.
00:03:38: eben.
00:03:38: deswegen sagt man auch nicht er das Wasser läuft uns im Mund zusammen.
00:03:42: Also der der Mund is von Beginn an sozusagen Teil der guten Verdauungen.
00:03:50: Was genau passiert, wenn ich Essen jetzt nicht kauhe sondern so runterschlinge?
00:03:55: Ja also dann ist der Magen oder Magendarm konfrontiert mit schlecht vorbereiterter Nahrung.
00:04:02: Also einfach große Stücke sind da jetzt egal was man isst und das führt natürlich dazu dass letztlich Im Magendarm zwar auch viele Enzyme ausgeschüttet werden und der Magen, der ist ja auch ein Muskel.
00:04:20: Der versucht das dann auch weiter zu erkleinern.
00:04:23: aber faktisch ist es so dass man gar nicht an die Nährstoffe in Toto rankommt.
00:04:29: Das heißt da bleiben unverdauerte kleine Stückchen und da drin bleiben eben auch die Kohlenhydrate, die Fette, die Proteine unverdaut.
00:04:39: und dann kommt da Teil zwei der misselichen Lage.
00:04:42: Das rutscht dann weiter in den Dünndarm und Dickdarm, da ist nicht mehr viel Fähigkeit um Dinge zu zerkleinern.
00:04:50: Und dann gehen diese unverdauten Bestandteile ins Darm-Mikrobiom.
00:04:57: Da freuen sich Bakterien, weil jetzt kommt irgendwie so richtig viel ... aber da das nicht so physiologisch ist profitieren eher Bakterie, die man eigentlich nicht haben möchte und im Resultat haben wir dann Blähungen, Krämpfe vielleicht eine Durchfallneigung.
00:05:14: also die Verdauung funktioniert dann einfach nicht so wie sie sollte.
00:05:18: Wenn ich jetzt ordentlich schaue, dann esse ich ja auch automatisch langsamer.
00:05:23: Heißt das diese alte Weisheit?
00:05:24: Langsames Essen sei gesund!
00:05:26: Die stimmt?
00:05:27: Ja genau, das stimmt eben auch.
00:05:29: Das heißt da gibt es viele Daten inzwischen also sowohl so Studien wo man wirklich im Humanlabor und gemessen hat mit zwei Gruppen die man länger und kürzer kauern lassen Selbst nicht feste Speisen, also selbst wenn man Smoothies oder Suppen gibt.
00:05:48: Ist das immer das gleiche Ergebnis?
00:05:50: Wenn man schnell ist dann ist diese kefalle Vorbereitungsphase eben abgekürzt und abgesehen von dem mechanischen Effekt der auch nach... Also nicht so gut ist, also nicht gut zerkleinert durch die Zähne.
00:06:09: Bedeutet diese Abkürzung auch dass das ganze Magendarm-Verdaungssystem nicht in vollem Umfang aktiviert ist?
00:06:17: Das heißt da werden...dass gibt es...durchzieht sich dann zum Beispiel bis dahin, dass weniger von einem Magendaumhormon, d. h. GLP-I ausgeschüttet wird weil einfach weniger Zeit da ist.
00:06:30: und dieses GLP I das versuchen ja die Abnehmenspritzen zu emitieren.
00:06:34: Das heißt also, das belegt auch das.
00:06:37: Menschen die schnell essen sind häufiger übergewichtig und adipös.
00:06:42: Habe ich denn unglaubliche Vorteile wenn ich einbissen zum Beispiel statt zwanzigmal fünfzig mal kauer?
00:06:50: Also zum einen... Ich weiß nicht!
00:06:57: Zwanzig Mal ist schon schwierig.
00:06:59: Dreißig Mal is wirklich hart Und alles drüber ist quasi unmöglich für mich.
00:07:04: Also es ist ja oft so in der Medizin oder in der gesamten Physiologie, die Effekte sind immer dann am stärksten wenn man etwas ganz falsch macht und ein bisschen besser macht.
00:07:18: So ist es da auch.
00:07:18: also zwanzig Mal, da ist man eigentlich schon ganz gut drin!
00:07:24: und fünftig mal, vierzig-fünfzigmal klar.
00:07:26: Dann wäre das alles noch, noch eurer und noch besser.
00:07:29: Ich schaue mir ja viele Kliniken an.
00:07:30: Und ich war auch immer in einer Spezialklinik, einer Meierklinikum.
00:07:33: Da sollte man immer vierzig Mal kauen.
00:07:36: Das ist schon mühsam!
00:07:37: Also muss man sich da dauernd drauf konzentrieren?
00:07:42: Insofern, ich würde sagen, zwanzig bis dreißig Mal top mehr braucht man nicht machen.
00:07:46: Wann merke ich denn eigentlich wenn ich jetzt nichts zählen will dass ein bisschen gut durchgekautes
00:07:51: Genau, das hatte ich auch in der Kolumne geschrieben.
00:07:55: Mein Kanat will ja jetzt da und zählen beim Essen.
00:07:57: Das wäre eher neurotisch.
00:07:58: also man merkt es eigentlich dann wenn man einen wirklichen Speisebrei im Mund hat.
00:08:02: Also das kann man ja gerade bei Brot am besten durchsprechen.
00:08:06: Wenn man jetzt ein gutes Brot hat, dann hat das hier auch eine Krummel... Jetzt kalt man das.
00:08:17: und in dem Moment, wenn man sagen kann so jetzt ist es wirklich wie so ein Brei.
00:08:21: So einen schönen flüssiger Brei dann hat man übrigens auch intuitiv so ein Schluckreflex.
00:08:31: den kann man zwar überwinden indem man das sozusagen vom hinteren Mund wieder ein bisschen nach vorne mithilfe der Zunge schiebt.
00:08:37: aber eigentlich signalisiert einem dann der Körper wenn man so ein brei im Mund hat so Schluck jetzt bitte Und dann ist alles richtig.
00:08:46: Sobald da wirklich noch physikalisch feste Stücke drin sind, so größer als zwei, drei, vier, fünf Millimeter, dann wäre da noch kauriserbe.
00:08:58: Verordnest du deinen Patienten auch ausgiebiges Kauen?
00:09:02: Absolut!
00:09:03: Also ich habe das wirklich selber... mir gerne angeschaut und habe auch diese Meier-Methode, die finde ich vor dem Hintergrund wirklich auch sehr spannend.
00:09:12: Wir haben das hier bei uns im Krankenhaus eingeführt.
00:09:16: Das wird es natürlich sehr individuell und ich bin übrigens auch eher ein Schnellesser.
00:09:21: also ich tue mich da wirklich schwer damit.
00:09:24: aber man kann das schon fördern indem man da wirklich einen ruhigen Speiseraum gestaltet, indem er immer wieder darauf hinweist Und das hatte ich auch in der Kolumne geschrieben.
00:09:36: Ich persönlich versuche nicht mehr das zu machen, was ich früher gemacht habe.
00:09:41: Man hat irgendwie Hunger auf einmal, keine Zeit da, Klinik hin und her, Hetzen und so holt man sich irgendwie so ein Sandwich oder sowas, reißt da so ein Stück ab und beißt da vier, fünf Mal draußen und kippt es mit einem Schluck Wasser runter.
00:09:57: Übel im Prinzip, wenn man das macht.
00:09:59: Habe ich gemacht und so was mache jetzt wirklich nicht mehr
00:10:02: an.".
00:10:03: Welche Tipps gibst du Patienten die sich über Jahre oder Jahrzehnte angewöhnt haben besonders schnell zu essen?
00:10:10: Und die jetzt quasi umswitchen wollen?
00:10:12: Ja also das Wichtigste ist auch schon mal bei den Nahrungsmitteln zu gucken dass man eher härtere Sachen auch Im Speiseplan hat.
00:10:23: Also ich habe gerade von dem Brot Wenn man jetzt zum Beispiel so ein fluffiges Toastbrot hat und man hat jetzt so einen Krusten Vollkornbrot, bei dem Krustenfollkornbroot bin ich ja schon gezwungen länger zu kauen.
00:10:39: Dann ist sicherlich auch ganz gut wenn man sich abgewöhnt dauernd zum Essen zu trinken.
00:10:47: Also nicht, weil die Flüssigkeit an sich jetzt irgendwie was Schlimmes angeht.
00:10:51: Aber die Flissigkeit ist ja im Prinzip überspielt dass wir noch nicht genügend eingespeichelt haben und insofern würde ich das auch sagen also man kann mal einen Schluck trinken aber bitte nicht sozusagen um die Nahrung schneller runterzuschlingen können.
00:11:07: und ja gut und das dritte ist einfach immer zu gucken.
00:11:10: passt das jetzt zeitlich mit dem Essen Und ich versuche dabei auch immer an den Genuss zu appellieren.
00:11:17: Also, wenn etwas wirklich lecker schmeckt dann möchte man es eigentlich länger genießen und wenn etwas nicht so gut ist wie sagt man da der Ekel treibt runter oder sowas?
00:11:27: Dann werden wir ja geneigt das schnell zu essen!
00:11:32: Das ist für mich immer in der Argumentation auch für mich selber ganz wichtig dass sie sagen Es geht auch ums geniessen und genießen sollte man mit mehr Zeit.
00:11:41: Dein zweiter Tipp lautet, drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen.
00:11:46: Warum
00:11:47: nicht?
00:11:48: Das hat mir ein Biorethmus zu tun, den wir alle unterliegen und unsere Zellen und Organe auch unterliegt.
00:11:56: Und jetzt gibt es grundsätzlich Lärchen und Eulen oder so ... Die Schlafenszeit kann v.a.
00:12:03: genetisch bedingt ist das ja.
00:12:05: Sie kann stark variieren also die typische Schlafentzeit.
00:12:10: Aber ein anderer Punkt ist jetzt, egal wann man schlafen geht.
00:12:14: Wenn man eine regelmäßige Schlafenszeit hat dann bereiten sich die Organe und die Zellen schon mehrere Stunden ungefähr drei bis vier Stunden bevor wir schlaven gehen auf diesen Schlaf vor da kriegen gar nichts davon mit.
00:12:30: aber die wissen das Die wissen das ja, also er geht doch immer um drei Uhr schlafen.
00:12:36: Also jetzt ist es neunzehn Uhr dreißig.
00:12:38: Dann fangen wir doch jetzt mal an.
00:12:40: Magendarmbewegungen werden ein bisschen weniger die Enzyme in der Bauchspeicheldrüse.
00:12:46: Die Produktion wird ein bisschen runtergefahren auch die Produktion des Speichels in den Speicheldrysen und auch die Hormone funktionieren, also die Verdauungshormone.
00:13:01: Auch die gehen in so eine Art Ruhe-Phase rein.
00:13:06: Mit den drei Stunden, das kann man jetzt nicht auf dem Punkt sagen.
00:13:11: Vielleicht sind es zwei, drei Viertelstunden oder dreieinhalb Stunden, aber im Großen und Ganzen kann man sagen ungefähr zwischen zwei bis vier Stunden vorm Schlafengehen wird das System... verändert sich das System so dass Verdauung nicht mehr so ganz super findet.
00:13:29: Das heißt, eine Stunde Abstand wäre zu wenig?
00:13:33: Wahrscheinlich!
00:13:34: Also ich will jetzt wirklich nicht die Dinge behaupten, die wissenschaftlich nicht durch vergleichende Studien im letzten Detail belegt sind.
00:13:41: Aber wenn man das alles zusammennimmt also auch zum Beispiel Melatonin, das Schlafhormon was auch ein bisschen die Verdauungen stört.
00:13:48: Das wird auch in der Regel drei Stunden vor der üblichen Schlafenszeit so langsam von der Zirbeltrüse ausgeschüttet, also die drei Stunden sind eine gute Orientierung und ich finde das ist auch machbar.
00:14:02: Also sagen wir mal so wenn... Das ist mir immer ganz wichtig nicht irgendwelche Empfehlungen raus zu führen, die dann irgendwie zur Vereinsamung oder so führen.
00:14:12: Wenn man jetzt um zwanzig Uhr dreißig schlafen geht Dann, um die Uhr, kann man ja noch was essen.
00:14:20: Und das ist, finde ich, spät genug.
00:14:23: Es gibt höchstens ein Problem der Akzeptanz, wenn es um die Getränke geht.
00:14:30: Gilt es dann auch für Getränken?
00:14:32: Also dürfte ich zum Beispiel ein alkoholfreies Bier trinken, zwanzig Minuten bevor ich schlafen gehe?
00:14:37: Ja nun sind wir da!
00:14:38: Ich glaube du trinkst ja auch gerne alkoholfreies Bier
00:14:41: ne?!
00:14:42: Nie Alkohol, aber alkoholfreies
00:14:44: Bier.
00:14:45: Wir sind davor nicht ganz objektiv und ich trinke auch gerne alkohofreie Bier.
00:14:52: Das kann man machen!
00:14:54: Jetzt wird es vielleicht ein bisschen pedantisch, aber ich würde gucken dass das alkoholfreie Bier einen nicht zu Zucker gehalten hat, die unterscheiden sich tatsächlich sehr deutlich zum Teil.
00:15:06: Also da gibt es alkoholfreie Biere, die gehen dann schon so ein bisschen in Richtung Limonade und das wäre wiederum nicht gut wenn man so eins hat was unter Null Komma fünf Prozent an Zuckeranteil hat.
00:15:17: Das wird jetzt nicht schaden wenn man das zertrinkt.
00:15:19: Aber anders ist es natürlich echt bei richtigen Limos und bei Säften.
00:15:23: Und natürlich bei Wein
00:15:24: usw.,
00:15:25: da würde man dem System dann halt so Energie zu führen, obwohl das eigentlich nicht mehr so richtig toll findet.
00:15:32: Kann ich mir denn mit zu späten Mahlzeiten den Schlaf regelrecht ruinieren?
00:15:37: Ja!
00:15:39: Wir sind wirklich alle auch sehr unterschiedlich.
00:15:43: Ich würde immer dafür plädieren sich selber gut kennen zu lernen und zu spüren.
00:15:51: Und ich glaube, das kennt schon jeder, wenn man jetzt wirklich mal abends richtig zuschlägt und da ist ein schönes Fest oder man ist im Urlaub dann... Also ich kenne es zumindestens her!
00:16:04: Dann gibt es so einen Punkt des Späten Völlerns wo man dann einfach eine schlechte Nacht hat, wo man anfängt zu schwitzen oder sich hin und her wälzt.
00:16:14: Und ein Völlegefühl im Bauch hat wenn es schlecht läuft noch so tbrennen.
00:16:19: Dann brauchen wir gar nicht lange wissenschaftlich diskutieren.
00:16:21: Das war zu viel.
00:16:24: Das kann man trotzdem machen natürlich.
00:16:26: aber was ich wirklich empfehle ist das Machen für einige Menschen gerade die sehr viel arbeiten Die essen abends am meisten.
00:16:36: Um welche auch so viel arbeiten, arbeiten sie auch lang und dann kommen Sie um zwanzig Uhr mit einem Mordshunger nach Hause oder zwanziger, dreißiger gehen zum Italiener und dann kommt das da um einundzwanzig uhrkommt irgendwie das superreichhaltige Essen und dahinter noch eine halbe Flasche Wein oder was weiß ich?
00:16:57: Das ist halt einfach komplett gegen den Biorhythmus und das spürt man dann
00:17:01: auch.
00:17:03: Ist es dann besonders ungünstig für Schichtarbeiter, was diese Regel betrifft?
00:17:08: Ja.
00:17:09: Schichtarbeit ist ja eine ganz große Herausforderung.
00:17:12: Deswegen ist schichtarbeit leider auch mit vielen erhöhten Risiken verbunden nicht nur für Schlafstörungen sondern auch für Herzinfarkte, Herzkreislauferkrankungen.
00:17:25: das ist alles in der Arbeitsmedizin sehr gut untersucht.
00:17:28: da gab es eine ganz tolle Untersuchung von Die imjenigen Wissenschaftler, der diese drei Stundenregel als Erster formuliert hat.
00:17:37: Der Sachi Dananda Panda von San Diego.
00:17:41: Der hat eine Studie mit Feuerwehrleuten aus San Diego gemacht.
00:17:45: Healthy Heroes heißt die Studie auch wie ein cooler Titel also gesunde Helden auf die Feuerwehr Leute, die eben immer da den Schichtdienst haben und deren Blutdruck, deren Blutzucker Cholesterin, das wurde alles besser wenn die über die Schichten hinweg versucht haben ein zwölf Stunden Rhythmus der Mahlzeiten irgendwie einzuhalten.
00:18:09: Also es wird jetzt zu kompliziert ins Detail zu gehen aber letztlich hat er versucht über so einen fixen Plan der Mahlszeiten eine Art kleinen Biorhythmus trotz Schichtarbeit dem Körper zu geben und das hat sehr gut funktioniert.
00:18:25: Und das heißt halt, dass es immer diese Geschichte gibt wo's auch beim Intervallfasten rumgeht.
00:18:30: Nein natürlich man muss nicht notorisch dauernd nach der Uhr essen aber komplett gegen den Biorhythmus zu essen, das ist nicht gut.
00:18:37: und da ist diese drei Stundenregel einfach finde ich ganz smart.
00:18:41: Ist das eigentlich unbedenklich oder ist es heikel?
00:18:44: Oder ist es vollkommen egal hungrig ins Bett zu gehen?
00:18:48: Bei Kindern nicht Kinder und Jugendliche muss man immer raus sein.
00:18:51: An sich ist es nicht schlecht.
00:18:53: Wobei es gibt manche, wenige Patienten die ich habe, die dann nicht gut schlafen.
00:19:01: Man kann das wirklich auch anhand des Schlafes festmachen.
00:19:04: Ich hab gerade gesagt dieses Völlern.
00:19:06: um ein, zwei und zwanzig Uhr haben die meisten keinen guten Schlaf so.
00:19:09: Selten gibt's das mal dass Leute nicht gutschlafen wenn sie sagen ach ich fühl mich eigentlich noch gar nicht richtig satt.
00:19:16: für die Mehrzahl bessert sich der Schlaf.
00:19:18: Völlerei am Abend ist nicht gut sagst du was hast du gestern Abend gegessen?
00:19:22: Das ist natürlich eine gemeine Frage.
00:19:26: Gestern war das WM-Finale, da haben wir uns mit Kindern und noch Bekannten bei.
00:19:31: uns fanden sich alles zusammen.
00:19:33: Das Spiel ging ja erst um einundzwanzig Uhr los wie bekanntermaßen und ich gebe zu dass ich gestern die drei Stundenregel nicht eingehalten habe.
00:19:41: es waren auch einige Chippstüten unterwegs.
00:19:45: sehr beruhigend.
00:19:48: Also das war ... ist unfaire Frage, dass die jetzt gerade ...
00:19:52: Komm wir machen schnell weiter mit Tip drei.
00:19:53: Tip drei lautet nicht essen wenn man gestresst ist.
00:19:57: Das wird vielen jetzt mehr kontraintuitiv vorkommen da man ja grade unter Stress gerne so richtig rein haut.
00:20:04: Genau und da muss man die Art des Hungers unterscheiden, die man hat.
00:20:11: Der Stress also es gibt schon Menschen die kriegen... Die werden völlig appetitlos unter Stress.
00:20:16: Da sind dann diese ganz hager und dünn gestressten Menschen, aber man hat ja auch ein erhöhtes Risiko für Übergewicht wenn sie viel Stress in ihrem Leben haben.
00:20:27: Das sind die Stressesser, das sind diejenigen die dann vor allem bei Zucker zuschlagen.
00:20:35: Dieser Stress-Hunger ist kein physiologischer Hunger, sondern das ist vielleicht so ein Relikt aus der Uhrzeit sich nochmal ein bisschen Zucker reinzugeben um dann mit diesem Blutzuckerspiegel dann vielleicht besser weglaufen oder kämpfen zu können.
00:20:54: Insgesamt ist es aber komplett anders also insgesamt die gesamte Funktion und Regulation Das Verdauungssystem ist der Entspannung zugeordnet.
00:21:07: Also wir haben den Kampf und Fluchtreflex, da reagieren die Muskeln, die merken hart, deswegen hat man ja auch Rückenschmerzen, Blutdruck geht hoch, Puls geht hoch... Und alles was Verdauung wird zurückgestellt, ist ja auch sehr logisch.
00:21:22: Ich meine, wenn es um Leben und Tod geht, ist jetzt wirklich... ob der Stuhlgang nun geformt ist oder nicht, oder wie auch immer.
00:21:30: Deswegen hat man auch Schiss... Also es geht sozusagen auch ganz radikal zu den Körper und sagt balass schnell raus damit hier geht's wirklich um Leben und Tod.
00:21:37: Das sind zwar entgegengesetzte Systeme und das erklärt schon ganz fundamental warum man, wenn man sehr gestresst ist, möglichst nicht essen sollte weil dann eben die Verdauung fast garantiert schlecht ist.
00:21:50: Hat Stress eigentlich Einfluss darauf?
00:21:52: Wie viele Nährstoffe der Körper aufnimmt?
00:21:56: Also die sogenannte Passagezeit, also die Zeit für die Nahrung im Verdauungskanal.
00:22:02: Verweilt hat natürlich auch Einfluss darauf, wie viele Nährstoffe am Ende in der Zelle ankommen.
00:22:07: Weil das braucht ja alles Zeit.
00:22:09: Also es fängt ja an zu zerkleinern der Zähne dann geht's runter Magen, Magensäure Dann kommen die ersten Enzyme Magen und Bauchspeicheldrüse Und die Kontaktzeit, die da ist.
00:22:20: Das durchzieht sich bis zum Dickdarm, wo die Flüssigkeit wieder raus ist.
00:22:24: Die ist ein ganz großer Faktor der Güte der Verdauung.
00:22:30: Deswegen wenn etwas schnell durchrutscht, landen einfach auch viele wertvolle Nährstoffe dann am Ende in der Toilette.
00:22:39: Insofern ist eben auch Durchfall oder dieser schnelle Durchlauf des Essens bei Stress aus dem Grund nicht gut.
00:22:48: Was mache ich am besten wenn mein Alltag kaum entspannte Mahlzeiten zulöst?
00:22:54: Ja, das ist natürlich jetzt die harte Realität oder oft die Realität.
00:22:59: Also das eine einfach nochmal gucken wo gute Lücken sind.
00:23:04: also man kann ja auch sich was mitnehmen.
00:23:07: Das Stichwort Meal Prep.
00:23:09: Man kann einfach schauen so wann sind den Pausenmöglichkeiten?
00:23:13: Oder doch noch mal überlegen ob man sich nicht doch pausen Möglichkeiten schaffen kann.
00:23:17: ich weiß viele Menschen haben auch nicht viel Freiheit im Arbeitsablauf, aber manchmal hat man doch mehr als man an sich denkt.
00:23:26: Man muss das nur irgendwie ansprechen oder probieren und also insofern würde ich immer sagen immer gucken was möglich ist und einfach versuchen dann eine Kleinigkeit zu essen wenn eine kleine Lücke ist Wenn es gar nicht geht, aber das ist jetzt wirklich sehr selten klar.
00:23:46: Dann wird man den größten Teil am Ende der Arbeitsschicht essen und dann lässt sich's nicht
00:23:52: umgehen.".
00:23:53: Ja vielen Dank!
00:23:54: Damit wären wir auch bei den Zuschriften deiner Leser.
00:23:57: Sie haben uns liebe Leserin- und Leservragen geschickt und eine Auswahl davon stellen wir hier vor.
00:24:04: Ein Leser fragt, ich wäre sehr daran interessiert zu erfahren ob diese drei Empfehlungen also gut kaum drei Stunden vorm Schlafengehen nichts mehr essen oder nicht gestresst auch gelten, wenn man keine Gallenblase mehr hat?
00:24:16: Ja.
00:24:17: Also das gilt genauso.
00:24:20: Vielleicht sogar noch mehr.
00:24:22: Wenn man keine gallen Blase hat, wird von der Leber immer noch Galle produziert.
00:24:28: Die Gallen-Blase ist ja aber so ein Reservoir, wo dann bei Bedarf eine größere Menge abgegeben werden kann.
00:24:36: und wenn man jetzt keine Gallemblase hat wird natürlich immer noch Galle abgegeben.
00:24:41: Das läuft dann eher in so kleinen Portionen ab.
00:24:44: Vor dem Hintergrund würde ich sagen, das wäre dann fast noch wichtiger.
00:24:52: Heinz Schier-Devan fragt wir hören immer wieder und haben ein Beispielfall allerdings auch mit erblicher Vorbelastung die Warnung dass Statine bei langjähriger Einnahme demenz auslösen können.
00:25:03: Stimmt das?
00:25:04: Also der gab es mal im epidemiologischen Studien.
00:25:08: Ein leichtes Signal, also wie wir sagen.
00:25:10: Das heißt epidemiologische Studien sind ja solche Beobachtungsstudien die nicht kausal, also nicht beweisen sind sondern einfach nur Assoziationen oder Korrelationen darstellen und da gab es mal so etwas.
00:25:26: das war aber erstens muss man einschränken sagen sehr sehr gering also keine keine hohe in irgendeiner Form relevante Risikoerhöhung.
00:25:36: Nach meiner Meinung ist das aber eher ins Gegenteil aufgelöst, weil wir haben inzwischen viele Daten zu Statinen aus langen randomisierten Studien und auch aus noch größeren epidemiologischen Studien.
00:25:51: Und da kann man eigentlich sagen dass da kein erhöhtes Risiko ist vielleicht sogar eher niedrig, weil man ja dadurch auch sein Herzinfarkt- und Schlaganfahrrisiko senkt Und diese Herz-Kreislauchverkrankungen sind aber auch wieder ein Risikofaktor für Demenz.
00:26:07: Also da würde ich entkräften und sagen, es ist ein bisschen anders bei Magensäureblocker, so Medikamente wie Pantoprazolen.
00:26:18: Da gibt das auch einen epidemiologischen Signal und das ist normalerweise eher ernst zu
00:26:23: nehmen.".
00:26:24: Vielen Dank, Barbara Pollack schreibt.
00:26:26: Ich würde gerne wissen, warum bei den ganzen Themen über proteinreiche Ernährung und Proteinpol war so gar nicht auf die Belastung der Nieren eingegangen wird?
00:26:34: Kann man das vernachlässigen?
00:26:35: ist es wirklich nur bei Erkrankten ein Thema?
00:26:38: Ja wichtige Frage!
00:26:40: Also es ist tatsächlich so dass man in der älteren Literatur und auch so in den Lehrbüchern noch auch bei gesunden Mieren vor einem erhöhten Proteinverzehr gewarnt hat.
00:26:57: Ich selber kenne übrigens auch Patientinnen und Patienten, wo das so war also wo die im Rahmen dieses Proteinhypes sehr viel Proteinschakes zu sich genommen haben dann tatsächlich auch hier in meiner Sprechstunde auf einmal erhöhte Kreatinien also Nierenwerte zeigt, die sich dann wieder besserten als sie das ließen.
00:27:19: Aber vor drei, vier Jahren gab es eine größere randomisierte Studie.
00:27:25: Die haben ja die größte Beweiskraft bei gesunden Proteinreich oder nicht Proteinreicht wobei der Protein Reichtum jetzt schon noch so in relativ normalen Höhen war und da hat sich das nicht bestätigt.
00:27:40: Und insofern ist da jetzt ein bisschen die rote Fahne weg.
00:27:44: Wo sie aber bleibt, ist natürlich bei Menschen die schon eine Nierenfunktion Einschränkung haben.
00:27:52: Also die schon nierenkrank sind.
00:27:54: Da würde ich weiter natürlich vor zu großem Protein verzehr warnen und dann wird es wieder anders.
00:28:03: Falls man dialysepflichtig ist da braucht man dann wieder mehr Protein Da spielt dann den Nierenfunktionen selber ja auch nicht mehr so die Rolle.
00:28:15: Und das war für heute das Schlusswort, wobei Proteine uns aber bestimmt noch das ein oder andere Mal im Podcast beschäftigen werden.
00:28:23: in einem Monat geht es hier an dieser Stelle weiter.
00:28:25: Herzlichen Dank lieber Andreas für das nette Gespräch!
00:28:28: Ja ich danke dir Kai und wünsche dir schöne Sommertage.
00:28:35: Weiterführende Hinweise finden Sie in den Show-Notes und alle bisherigen Kolumnenfolgen auf unserer Homepage FAZ.net.
00:28:42: Außerdem sei noch einmal darauf hingewiesen, dass Andreas Michalsen Ihre Fragen gerne im Podcast beantwortet.
00:28:46: Schreiben sie uns an richtig-essen.de.
00:28:50: Dieser Podcast wird produziert von David Bruglacher und Kevin Gremel Und die nächste Folge mit Andreas Michaelsen gibt es in einem Monat bis bald!
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