Übergewicht hat tatsächlich einen Vorteil
Shownotes
Ungefähr jede vierte Frau leidet im Laufe ihres Lebens an Osteoporose. Männer sind seltener betroffen. Es gibt etliche Risikofaktoren für Osteoporose, vermeidbare wie unvermeidbare. Allerdings ist man dem Abbauprozess der Knochen nicht schicksalhaft ausgeliefert. Mit der richtigen Ernährung und einem passenden Sportprogramm lässt sich manches erreichen.
In dieser Folge des Podcasts „Richtig essen“ erfahren Sie von Andreas Michalsen, welche Lebensmittel sich für gesunde Knochen empfehlen, ob es sinnvoll ist, bei bestehendem Osteoporoserisiko eiweißarm zu essen, warum Sie sich Nahrungsergänzungsmittel mit Calcium sparen können – und weshalb Joggen besser ist als Radfahren.
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00:00:03: Etwa jede vierte Frau leidet im Laufe ihres Lebens an Osteoporose.
00:00:07: Männer sind deutlich seltener betroffen, heißt es zumindest.
00:00:12: Wie aber kann man der Krankheit vorbeugen?
00:00:14: Hilft regelmäßiger Milchkonsum?
00:00:16: Sollte man Nahrungsergänzungsmittel mit Calcium nehmen?
00:00:19: und was sollte man machen wenn man bereits erkrankt ist?
00:00:22: Darüber spreche ich jetzt mit dem Ernährungsmediziner und FAZ-Kolumnisten Andreas Michalsen.
00:00:27: Einmal im Monat vertiefen wir hier im Podcast das Thema der zuletzt erschienen Folge aus der Kolumne richtig Essen Und im Anschluss beantwortet Andreas Michalsen ihre Fragen.
00:00:36: Die E-Mailadresse lautet richtigminusessenatfrz.de.
00:00:41: Mein Name ist Kai Spanke und ich freue mich aufs Gespräch mit Andreas Michalsen, hallo!
00:00:46: Hallo Kai, ich freu mich auch auf das Gespräch.
00:00:48: Ja wie viele Patienten kommen so jeden Monat mit einer Osteoporose zu dir?
00:00:54: Also da wir natürlich am Immanuel-Krankenhaus auch eine Spezialisierung in dem Bereich Rheuma, Knochen und Orthopädie haben, sind es bei mir in den Bereichen sehr viele.
00:01:05: Aber das ist jetzt nicht ganz repräsentativ muss ich ja dann ehrlicherweise sagen weil wir eben darauf auch spezialisiert sind.
00:01:12: aber in der Hochschulambulanz wo er eher so ein Durchmischte Zugänge haben, wo wirklich Patientinnen und Patienten von allen Seiten kommen.
00:01:23: Da merken wir auch, dass es einfach immer häufiger wird.
00:01:26: Und vor allem was auch häufiger ist die Vorstufe der Osteoporose.
00:01:30: Das nennt man ja die Osteopenie.
00:01:33: Die wird bei den Screening-Untersuchungen festgestellt und da fällt uns jetzt schon zunehmend in die letzten Jahre auf.
00:01:41: das wird ein großes immer größeres Thema.
00:01:47: Wir als Gesellschaft auch ein immer höheres Lebensalter erreichen.
00:01:51: Und die Osteoporose ist halt auch eine Alterserkrankung.
00:01:55: Gibt es auch immer mehr junge Leute, die an Osteopolyse erkranken?
00:01:59: Ja also da spielen zwei Dinge hinein.
00:02:04: Zum einen bei jüngeren Menschen sind natürlich vor allem die gefährdet.
00:02:09: Die Medikamente einnehmen, die Ostreopolyse fördern Cortison beispielsweise und Cortison Tolles Medikament, also in der Hinsicht, weil es wirklich bei vielen Immunerkrankungen, Autoimmunerkrankungen einfach wunderbar hilft.
00:02:25: Wo man sonst völlig ratlos wäre aber das hat wirklich... starke Förderwirkung auf die Osteoporose.
00:02:32: Also da sind junge Leute betroffen und was man jetzt eher in den Studien feststellt, also wenn es um große Populationen geht ist das man langsam natürlich auch erkennt dass dieser Bewegungsmangel der ja so ein Gesellschaftsproblem geworden ist da jetzt schon auch Spuren in der Osteoporose-Häufigkeit sieht.
00:02:53: Weil klar, wenn die Leute einfach nur am Handy datteln und das ist ja für uns alle ein Thema, wo man sich nicht mehr bewegt, dann werden nicht nur die Muskeln schwächer, sondern auch die Knochen.
00:03:03: Warum ist es denn so, dass Sport – und hier vor allem Kraftsport – so einen Einfluss hat auf unsere Knoche bzw.
00:03:10: auf die Dichte der Knochan?
00:03:12: Das liegt daran, dass der Knoten viel vitaler als ... dass wir gemeinhin denken würden.
00:03:18: Bei unseren Knochen würde ich, wenn ich mich meine Zeit vor dem Medizinstudium zurückbiehme, aussahen.
00:03:26: Da denkt man ja, der bleibt immer so wie er ist.
00:03:29: Der ist irgendwann ausgewachsen und man realisiert gar nicht, dass der Knoche genauso einen lebendigen Stoffwechsel hat als andere Gewebe.
00:03:41: Vielleicht nicht genau so aber eben schon lebendig genug dass er letztlich sich dauernd erneuert, abbaut und umbaut.
00:03:51: Und dieser Prozess ist ja auch schön, dass das so ist.
00:03:55: Also etwa alle zehn Jahre erneut sich unser Skelett komplett.
00:03:59: Das ist irgendwie auch cool, dass es so ist.
00:04:03: aber der Körper ist ja hocheffizient in allen Bereichen.
00:04:08: Und da ist dann die Problematik, das heißt der Körper baut immer ab wenn er keinen Bedarf mehr sieht.
00:04:15: und wenn wir jetzt den ganzen Tag auf dem Stuhl vom Computer sitzen, dann kommen recht wenig Bedarfsmeldungen an den Knochen und an die Muskeln eben ja und dann fördert er sehr den Abbau.
00:04:28: Macht doch mal so ein kleines Ranking von Sportarten, die sich
00:04:32: bei
00:04:32: einem osteoporose Risiko unbedingt empfehlen würden?
00:04:37: Also, die Schwerkraft spielt eine ganz entscheidende Rolle.
00:04:42: Bei der Osteoporose sind ja die gefürchteten Frakturenbrüche der Schenkelhals, also die Hüftfraktur und natürlich die Wirbelsäule.
00:04:50: Und beides wird extrem gut stimuliert von der Knochengesundheit wenn die Schwerkraft auf uns einwirkt.
00:04:58: Da sind wir dann beim bei Ballsportarten.
00:05:07: Wenn man jetzt mal anschaut, so Tennis oder Squash ... Man hat immer Ausfallschritte federt ab und jedes Mal kommt da ein Wachstumsimpuls auf den Knochen.
00:05:22: Man kann auch auf der Stelle hübschner machen natürlich nicht so viel Spaß!
00:05:25: Man kann sich vielleicht auch angewöhnen Sieht vielleicht ein bisschen alber manchmal aus, aber bei der Treppe auch mal zu hüpfen.
00:05:32: Man ist dufe runter oder hoch zu hüpfen als man immer die Schwerkraft errüttelt dann ist es sehr gut.
00:05:41: Während Sportarten für das Herz gesund sind, Schwimmen oder Radeln bringen fast gar nichts gegen Osteoporose.
00:05:49: Das heißt Joggen wäre hier besser?
00:05:51: Jogging ist besser da kommt eben auch der Aufprall, da wirkt die Schwerkraft.
00:05:57: Das ist tatsächlich dann wieder besser.
00:05:59: Was ist mit den üblichen Kraftübungen, die man mit Handeln zu Hause oder auch im Fitnessstudio machen kann?
00:06:05: Ja das ist auch gut!
00:06:06: Es hat zwar nicht die gleiche Power jetzt wie die Schwerkraft aber klar waren immer wir ja eine Kraftübung machen ist es ja gegen einen Widerstand.
00:06:16: also eine Maschine mit einem Gewicht oder eine Handel oder Bänder und damit zieht und zerrt ja etwas an den Knochen.
00:06:25: Die Sehnen, die Bänder, die Muskeln, die setzen dann den Knoten entweder unter Zug oder Druck.
00:06:33: Und das überträgt sich auch wieder als ein Wachstumsimpuls auf den Knochens.
00:06:39: Du schreibst in deiner Kolumne – das wird wohl damit zu tun haben!
00:06:42: Ich werde nie darauf gekommen dass schlank oder untergewichtige Menschen oft eher ein Osteoporose entwickeln als füllige und richtig übergewichtigen Leute.
00:06:53: Das hat dann auch mit der Beanspruchung, der Knochen zu tun einfach durch das Gewicht?
00:06:57: Genau!
00:06:58: Das hatte mich und andere Forscher schon vor Jahren beschäftigt.
00:07:04: eine Ernährung, die gesund ist und dann eben mit einem Idealgewicht, mit einem guten Normalgewicht verbunden ist.
00:07:11: Das was wir ja wollen und anstreben.
00:07:14: Und dann kamen immer öfter solche epidemiologische Analysen.
00:07:19: Also die haben irgendwie ein erhöhtes Osteoporose- und Frakturrisiko.
00:07:26: Ja, das las man natürlich auch nicht gerne.
00:07:28: Das hat die Story gestört und dann haben wir weitere Analysen gemacht.
00:07:34: Dann fiel irgendwann auf, dass wenn Leute mit gleichem Gewicht ... vergleicht.
00:07:41: Die eine Gruppe ernährt sich sehr gesund, vielleicht vegetarisch oder vegan und die andere nicht aber sie haben das gleiche Gewicht dann gibt es kein Unterschied mehr bei der osteoporose Häufigkeit um bei Knochenbrüchen.
00:07:54: Und damit war dann klar dass lag jetzt nicht irgendwie daran dass da irgendwelche Inhaltsstoffe, Nährstoffe irgendwie schädigen sondern es geht rein ums Gewicht.
00:08:02: also tatsächlich ist Osteoporosik vermutlich die einzige Indikation in der Medizin wo man sagt ja ein paar Kilometer das ist gut in dem Fall.
00:08:11: Und ich habe natürlich auch geschrieben in der Kolumne, ich würde jetzt im Gotteswillen nicht den Rat daraus die Empfehlung daraus ableiten zu sagen ja jetzt sollen sich alle Übergewicht anfuttern, weil natürlich hundert andere Erkrankungen man besser geschützt ist wenn man keine Übergewichte hat.
00:08:27: aber bei normal Gewicht oder wenn es auch ein anderes Normalgewicht ist heißt das für mich Man muss halt wirklich da gucken, dass man diese Sportarten ausübt.
00:08:39: Also ein bisschen mehr Schwerkraft Stöße Impulse auf die Knochen bewusst eingibt.
00:08:45: Würdest du denn jemandem sagen der einen Body-Mars Index von neunzehn hat?
00:08:49: Da ergibt es schon Sinn sich auf zwanzig hoch zu futtern.
00:08:53: Im Prinzip schon!
00:08:55: Die Epidemiologie ist ja immer sehr fehlerbehaftet das ist ja leider so... Deswegen aber ich sage es trotzdem immer wieder gerne, weil da ist dann immer noch ein kleines Fragezeichen.
00:09:05: Aber wenn man so die Lebenserwartung und Sterblichkeiten so betrachtet in diesen Studien, dann also Übergewicht ab einem BMI von siebenundzwanzig ist für viele Erkrankungen ein Risiko.
00:09:21: Aber tatsächlich zweiundzwundzig ist etwas besser als neunzehn.
00:09:25: Man erklärt sich das auch damit dass man einfach ein paar Reserven hat, auch für andere Erkrankungen.
00:09:33: Man kann ja immer eine schicksalhafte Erkrankung kriegen.
00:09:36: Eine genetisch bedingte Krebserkrankung oder einen Unfall oder irgendetwas.
00:09:41: und wenn man natürlich schon einen BMI von neunzehn nur noch hat und dann kommt eine Erkankung die... Katabol ist, also wo der Körper einfach noch mal Substanz und Gewicht lässt.
00:09:52: Dann ist das natürlich am Ende von Nachteilen.
00:09:55: Dann funktioniert das Immunsystem schlechter und die Resilienz ist insgesamt schlechter.
00:10:00: Also insofern ist dieser Normalbereich, der ja irgendwo seit zwanzig, fünfundzwanziger oder neunzehn bis fünfundzwanzig ist, immer noch normal.
00:10:08: aber ein bisschen besser ist man unterwegs oder ein bisschen sicherer vielleicht gerade auch im höheren Alter So ab, ja was ist höheres Alter.
00:10:16: Also ein Alter so ab Fünfzig also wenn man vielleicht Zweiundzwanzig, Dreieinzwanziger nicht Neunzehn hatten.
00:10:21: Du, wir bleiben beim Thema Ernährung.
00:10:23: du schreibst Studien belegen dass eine Eiweißarme Ernährungen das Frakturrisiko steigern kann.
00:10:30: Ab wann isst einer Ernährungs-Eiweißarm?
00:10:33: Ab wann ist die Eiweissreich und was wäre hier so'n Mittelwert?
00:10:38: Ja, das ist natürlich eine extrem spannende Frage.
00:10:42: Eine der nächsten Kolumnen werde ich mich auch ans Thema Protein ranwagen.
00:10:45: Ich sage Rannwagen weil da wirklich auch unglaublich viel Diskussion darüber.
00:10:52: Was man halt sagen kann es ein Proteinmangel an sich sollte vermieden werden.
00:10:57: Der ist eindeutig mit einem erhöhtem Osteoporose-Risiko verbunden.
00:11:03: Die Frage dann aber, was eine ideale Proteinzufuhr ist?
00:11:05: Da streiten sich alle Fachgesellschaften und die deutsche Gesellschaft der Ernährung empfiehlt ja für die normale Bevölkerung Nullkommar.
00:11:11: Acht Gramm Protein pro Kilogramm.
00:11:13: Körpergewicht entwickelt sich aber langsam eher in Richtung Eins.
00:11:18: und im Sport Ja da ist es gang und gäbe dass man eins Komma sechs bis zwei nimmt Aber da wissen wir sehr klar dass das nicht vor Osteoporose schützt.
00:11:29: Da kommen dann eher wieder Nachteile zum Tagen.
00:11:32: Irgendwo wird das bei einer noch normalen, von der deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Proteinmenge sein vielleicht bei einer höher normalen.
00:11:40: Ich halte sowieso nicht so viel davon von diesen Grammberechnungen.
00:11:45: Das ganze System der Berechnung hat ja schon bei den Kalorien nicht funktioniert und keiner von uns ... Schaut ja im Restaurant den Teller an und versucht, seine Waage rauszuholen.
00:12:00: Und fängt dann an zu rechnen.
00:12:02: Das ist völlig unrealistisch so vorzugehen!
00:12:05: Ich glaube man sollte einfach daran denken... dass man Proteinquellen in seinem Speiseplan drin hat.
00:12:11: Und wer sich normal mischköstlich ernährt, der hat sowieso kein Proteinmangel in Deutschland.
00:12:15: Das zeigen die Daten.
00:12:16: und wer sich jetzt vegetarisch ernährt.
00:12:18: Der hat im Prinzip auch keinen Protein-Mangel.
00:12:21: oder auch wer sich vegan ernährt.
00:12:22: aber man muss dann ein bisschen mehr darauf achten eben auf die Quellen aus pflanzlicher Basis.
00:12:27: das sind die Hülsenfrüchte vor allem Aber es ist auch das Vollkorngetreide.
00:12:30: Es wird immer total unterschätzt, dass Vollkongetreide eben auch gut Proteinen enthält oder Haferflocken solche Dinge einfach dran denkt, dass man nicht nur den ganzen Tag Zucker- und Kohlenhydrate nascht sondern dass da Proteine dabei sein müssen.
00:12:43: Was ist denn aus Sicht der Ernährungsmedizin so ganz allgemein?
00:12:47: Der beste Therapieweg bei einer Osteoporose?
00:12:50: Also es muss genügend Kalzium drin sein in der Nahrung.
00:12:54: Das ist aber schönerweise nicht so schwierig weil Kalzum ist so ein... wie zeige ich das gerne so als so ein Allerweltsmineral.
00:13:05: Also da kann man Gemüse essen und Salat, Nüsse und Unsaaten.
00:13:11: Und Getreide... Sogar ein Mineralwasser kann schon ein Drittel bis die Hälfte von diesen tausend Milligramm Calcium liefern.
00:13:24: Die Menge, die da empfohlen wird.
00:13:26: Da lohnt es sich beim Getränkemarkt mal zu gucken wie viel Calcium ist da drin?
00:13:31: Das finde ich zum Beispiel extrem, mache ich selber auch das.
00:13:35: Was durch Wassertrinken schon erledigt werden kann, prima.
00:13:38: Das nützt sich doch schon mal aus.
00:13:41: und ansonsten gilt es eben aufs Vitamin D zu achten.
00:13:45: Es wird aber weniger über die Ernährung letztlich zugeführt.
00:13:49: Über die Ernärung führt man maximal zehn, fünfzehn Prozent.
00:13:55: Vitamin D ist ja das Sonnenhormon.
00:13:57: Das heißt da muss man einfach gucken ein bisschen Haus zu zeigen.
00:14:00: im Sommer empfehle ich da den Spiegel zu messen und eben ein Supplement einzunehmen.
00:14:08: Bei Kalzum empfehlie ich keine Supplemente, weil es ist nicht notwendig und Supplement von Kalzem können Magenschmerzen verursachen und hemmen auch die Aufnahme von Phosphat – das kann also auch gegenteilige Effekte haben.
00:14:21: Die Fachgesellschaften Die reden sich da so ein bisschen raus, die sagen ja also man soll alles sollten über die Nahrung und wenn es dann nicht klappt.
00:14:30: Dann kann man auch einen Calcium Supplemente nehmen ist auch nicht verkehrt diese Empfehlung aber ich würde's mal so noch steigern und sagen wir brauchen wirklich keine Calcium-Supplemente Wenn man sich einigermaßen gut ernährt.
00:14:42: Was sind denn die wichtigsten Risikofaktoren für eine Osteoporose?
00:14:47: Ja das Alter ist natürlich entscheidend Wobei es mir immer wichtig zu sagen Alter ist nicht gleich alter, also ein Teil dieser mit ansteigendem Alter häufiger auftretenden Osteoporose hängt sicherlich auch mit dem zusammen was wir gerade besprochen haben.
00:15:08: Wir werden einfach auch ein bisschen bequemer mit dem Alter und bewegen uns nicht mehr so viel.
00:15:13: Also wenn man zum Beispiel ältere Menschen in den vergangenen Jahren betrachtet die hoch aktiv sind dann ist dieser Alterseffekt deutlich abgeschwächt.
00:15:21: Also das Alter ist natürlich irgendwann so alt, dass man auch den Altersabbau erlebt.
00:15:29: Aber die Range ist viel höher als man denkt und wir müssen da nur aktiv bleiben.
00:15:35: Dann sind Medikamente-Risikofaktionen – gerade die Sonne hatte ich schon erwähnt!
00:15:39: Für mich ein großes Thema sind diese Protonenpumpenhemmer.
00:15:42: Das sind diese Mittel, Reflux bei Sodbrennen, beim Magen Schleimhaut Entzündungen, beim Magengespüren gegeben werden.
00:15:52: Gute Medikamente!
00:15:53: Die helfen da auch.
00:15:55: Aber es ist von den Fachgesellschaften ein erkanntes Problem.
00:16:01: Das ist ganz verrückt.
00:16:02: bei diesen PPI's wie wir sagen steht das in allen Beipackzetteln dass man die nur für eine umschriebene Zeit einnehmen soll.
00:16:11: Also es gibt ein, zwei Ausnahmen.
00:16:13: So einen Berretsofagust ist so eine spezielle Erkrankung.
00:16:16: Da nimmt man's lebenslang.
00:16:17: Aber ansonsten reden wir von vier, sechs, acht Wochen und irgendwie werden die immer vergessen abzusetzen.
00:16:23: Das heißt das ist irgendwie die Regel auch bei mir in der Sprechstunde.
00:16:26: Ich schaue mir die Medikamentenliste an ja und dann ist da Pantoprazol dabei.
00:16:30: und dann sage ich ja wie lang nehmen sie das schon ein?
00:16:33: Ja!
00:16:34: fünf Jahre.
00:16:35: und dann sage ich, haben sie noch Magenbücher?
00:16:37: Nein, das ist schon lange vorbei.
00:16:41: Das ist wirklich ein Klassiker!
00:16:43: Da gab es auch schon Kampagnen, Choosing Wisely, also dass wir Ärzte aufpassen sollen die Medikamente immer mal wieder abzusetzen.
00:16:51: Und irgendwie ist ein Problem bei diesen Protonenpompenhämmern.
00:16:54: Die erhöhen wirklich das osteoporose Risiko.
00:16:59: Dann gibt es Darmerkrankungen, Magendarmerkrankungen.
00:17:03: Das leitet für mich dann auch her.
00:17:08: Daran kann man auch erkennen, dass die Ernährung eine Rolle spielt.
00:17:13: Es gibt Erkrankungen chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Maubuskronen, Kulitis ulzarosa oder Zöliakii, diese Glutenunverträglichkeit und die haben alle erhöhtes Osteoporose-Risiko weil damit eben auch die Nährstoffaufnahme beeinträchtigt ist.
00:17:32: Und das heißt, diese Menschen müssen besonders aufpassen.
00:17:34: Mager sucht, haben wir ja schon gesagt, Untergewicht ist ein Problem und dann Raucher haben erhöhtes Risiko.
00:17:42: Ja, das sind so die wichtigsten Risikofaktoren.
00:17:45: Wo kommt das Risiko bei Rauchern her?
00:17:49: Ja, bei Raucher sind auch ein bisschen schlanker interessanterweise.
00:17:53: Raucher ernähren sich auch schlechter also vielleicht ist es auch nur eine vermittelnde Variable.
00:18:01: Aber es kommt noch eine Sache dazu, dass Rauchen per See ist natürlich ein Entzündungsreiz für den Körper.
00:18:09: Und Entzünden im Körper erhöhen auch etwas das osteoporose Risiko.
00:18:15: Das ist übrigens auch eine Erklärung, die nicht wissenschaftlich hundert Prozent belegt, aber die steht so im Raum.
00:18:21: Weshalb der Verzehr von sehr viel Milch überhaupt osteoporose fördern?
00:18:28: kann oder könnte, weil das versteht man ja am ersten Moment gar nicht.
00:18:32: Da denkt man ja es ist doch Protein drin und Kalzium drin.
00:18:34: also was ist jetzt hier das Problem?
00:18:37: Aber da ist Galaktose drin also einer der Milchzucker und Galaktos wirkt in höheren Dosierungen Entzündungsfördern im gesamten Körper.
00:18:46: und so erklärt so stellt man sich das vor dass das bei Osteoporose dann nachteilig ist.
00:18:52: und beim Rauchen stellt man
00:18:56: Das mit der Milch ist ganz interessant.
00:18:58: Du schreibst in deiner Kolumne, nachdem über Jahre weitere Forschungsdaten gesammelt wurden kommt man mit Blick auf die Milch inzwischen zu einer überwiegend neutralen Einschätzung.
00:19:08: Vielleicht skizzierst du einmal die Karriere?
00:19:10: Die Milch als Calciumlieferant und Knochen-Stabilisator insgesamt gemacht bzw dann am Ende halt nicht mehr gemacht hat?
00:19:18: Genau!
00:19:24: herzuleiten, weil Calcium ganz elementar ist.
00:19:28: Die ausreichende Calciumzufuhr zum Schutz vor Osteoporose lag es natürlich nahe ein sehr calcium reiches Nahrungsmittel wie Milch zu empfehlen und so bin ich auch noch ärztlich groß geworden.
00:19:39: da gab es dann die Empfehlungen für alle Frauen.
00:19:42: ab ab sechzig oder spätestens ab siehst du ganz viel Milchtrinken und irgendwann aber häuften sich natürlich die epidemiologischen Daten.
00:19:52: das in Ländern wie Japan China, Indonesien, wo früher zumindest heute wird da auch mehr Milch getrunken.
00:19:59: Aber zu der Zeit hat es die Studien gemacht worden wurde da fast gar keine Milch getrunken und die haben extrem niedrige Osteoporose raten.
00:20:10: Und da haben die Epidemiologen dann zurecht auf den Tisch geglaubt, haben gesagt also so einfach kann die Geschichte hier irgendwie nicht sein, dass die Länder mit dem höchsten Milchkonsum am meisten Osteoperose haben und umgekehrt.
00:20:22: Dann gab es eben auch eine Studie, die war ein Meilenstein... unglaublich heftige Diskussionen.
00:20:29: danach von Michael Sohn, also nicht Michael Sohnt, sondern Michael Sohl.
00:20:35: Es kam ja auch einen Forscher der... Wir haben uns auch mal getroffen, er hat wirklich eine sehr gute Studie gemacht von so großen Registerdaten in Schweden und die haben dann ein sehr gutes Studienregistersystem qualitativ sehr hochwertig.
00:20:50: und da kam dann eben raus das ab dem Ab einer größeren Menge Milch schon ab dem zweiten dritten Glas pro Tag erhöht sich die osteoporose Rate.
00:21:03: Und das war eine sehr, sehr gut aufgearbeitete Studie.
00:21:07: Es gab natürlich einen Aufschrei und es gab gleich auch in der gleichen Zeit, wo wurde gleich ein Gegenartikel von drei Wissenschaftlern der Milchindustrie platziert, die gesagt haben ja es kann alles gar nicht sein!
00:21:20: Dann wurden auch Gegendstudien gemacht.
00:21:22: aber heute ist es so... dass wenn man Metaanalysen betrachtet, sowohl zum Frakturrisiko als auch zu den Knochen-Dichte Messungen dann kommt im Prinzip Nullsommenspielzustande.
00:21:37: Da kann man jetzt natürlich auch streiten und sagen ja jetzt rechnen wir nochmal die Studien raus die von der Milchindustrie finanziert.
00:21:43: oder aber ich denke man muss es jetzt auch immer nicht zu kritisch und kompliziert sehen, so auch wenn wir die Tierversuche in alles anderen sein.
00:21:49: Es scheint irgendwie egal zu sein.
00:21:52: Und also insofern muss jetzt kein Mensch mit osteoporose Risikobewurst Milch trinken was tendenziell immer besser abschneidet.
00:22:01: das ist aber auch sonst.
00:22:03: außerhalb der Osteoporosen sind fermentierte Milchprodukte Also Joghurt Kefir Die schneiden bei den Studien tendenzielle.
00:22:12: Da könnte man eine kleine Schutzwirkung
00:22:14: ableiten.
00:22:15: Trinkst du noch Milch?
00:22:16: Also, Milchtrinken habe ich schon lange aufgehört vor zwanzig Jahren etwa.
00:22:25: Da hatte ich einen Vortrag gehört, wo ich das zum ersten Mal verstanden hab, dass Kuhmilch ja ungefähr dreieinhalb mehr Protein hat als Muttermilch.
00:22:39: Und auch die molekulare Zusammensetzung passt wirklich nicht gut zu uns Menschen.
00:22:45: Da habe ich das zum ersten Mal kapiert und dachte, es ist eigentlich verrückt, dass wir die Milch von einem anderen Säugetier trinken.
00:22:54: Wenn meine Mutter kommt vom Bauernhof ... Ich weiß nicht mehr, die Kälber wachsen ja rasend schnell und so klar brauchen, die dann besonders viel Protein- und Wachstumsfaktoren.
00:23:04: Aber für mich war da eigentlich klar, das ist biologisch gesehen ... irgendwie keine gut begründbare Sache, warum wir die Milch von anderen Säugetieren trinken.
00:23:14: Aber ich will die Milche auch nicht verdammen.
00:23:16: sie hat eigentlich auch viele gute Inhaltsstoffe und ich esse Joghurt und ich liebe Käfer gerade oder auch so Schwedenmilch und so Sachen.
00:23:28: aber dann habe ich bin dann auf Hafermilch umgestellt auch beim Kaffee.
00:23:32: Apropos Kaffees Inzwischen als so eine Art Supergetränke ist er nicht nur gesund, sondern er wird überall immer wieder empfohlen und Kaffee schneidet auch hier mit Blick auf die Knochen gut ab.
00:23:47: Warum?
00:23:48: Ja also weil die Story vom Kaffe ist im Prinzip das man Kaffees wie einen Pflanzenextrakt betrachten kann.
00:23:59: Das sind viele sekundäre Pflanzenstoffe drin Auch auch die Kaffeinsäure.
00:24:06: Diese Pflanzenstoffe sind Summa-Summarum entzündungshemmend.
00:24:13: Da unterscheidet sich also Kaffee auch nicht von anderen Gewürzen oder auch vom Tee, das heißt es ist immer ein Sammelsurium, ein Konzentrat von sekundären Pflanzenstoffen.
00:24:24: und diese sekunderen Pflanzenstopfe wenn sie denn dunkel und pikant und so sind – und das ist ja bei Kaffeel der Fall!
00:24:31: Dann wirken die in der Summe entzünden gut auf den Stoffwechsel ein und das sieht man dann eben auch bei Kaffee.
00:24:39: Das hat dann zu dieser Änderung der Einschätzung gefühlbar, also es ist gut gegen Lebererkrankungen, gut gegen Hirn degenerative Erkrankungen und durch diese Entzündungshemmung eben auch ist er nicht schädlich, also fördert er keine Osteoporose sondern... schützt sogar milder, das ist jetzt nicht sehr stark.
00:25:00: Aber es ist ein milder Effekt auch auf die Osteoprose.
00:25:03: Das kennen wir.
00:25:03: aber grüner Tee übrigens auch.
00:25:06: Der mag mir beim grünen Tee, wenn man den gut ziehen lässt, der ist einfach auch sehr reichhaltig!
00:25:14: Vielen Dank und damit werden wir schon bei den Mails deiner Leser.
00:25:19: Sie haben uns liebe Leserin und Leser interessante Fragen geschickt und eine Auswahl davon besprechen wir hier.
00:25:26: Gabriele Bleisch schreibt, bisher fügte ich jeden Tag meinem Frühstück zwei Esslöffel frisch geschrotete Leinsamen hinzu.
00:25:34: Bei einer Fortbildung über die heilige Hildegard wurde vor Leinsart gewarnt da sie ein Nährstoff räuber sei.
00:25:41: Ich wäre Ihnen für eine Klärung dankbar.
00:25:43: Ja also weiß nicht genau was da eigentlich gemeint ist.
00:25:47: Also zusammen mit Hildegard von Wingen komme ich da jetzt nicht drauf.
00:25:52: Grundsätzlich ist Leinsam sehr, sehr gesund.
00:25:56: Das habe ich ja auch in meinen Kolumnen schon ein, zwei Mal explizit erwähnt.
00:26:02: Da sind Omega-III-Fettsäuren drin die Alpha-Linolensäure Schleimstoffe drin, die sind sehr gut für den Magen-Darm-Trakt.
00:26:13: Also leinsamen ist wirklich extrem gesund.
00:26:16: Was ich mir vorstellen könnte, dass da vielleicht die sogenannten Anti-Nährstoffe gemeint sind... ...die Füttiensäure, die in manchen Getreiden und getreideähnlichen Sorten drin ist,... ...und die im Reagenzglas oder im Experiment die Aufnahme von Mineralien und von Nährstoffen hemmen kann!
00:26:38: Aber das haut nicht hin bei Leinsamen.
00:26:42: Das haut auch nicht hin beim Vollkorngetreide, weil im Zusammenspiel mit allem den Ballaststoffen gibt es diesen Nährstoff-Räuber Effekt nicht.
00:26:53: Das ist eine
00:26:53: Legende.".
00:26:54: Du hattest ja sogar in einer Kolumne mal geschrieben man müsse mit dem Begriff Superfood sehr vorsichtig sein aber wenn man sich darauf einlassen wollte müsste man Leinsaat dazu zählen.
00:27:05: Also ich halte Leinsamen wirklich für ein unglaublich gesundes Nahrungsmittel.
00:27:09: Ja, man darf es mit der Menge nicht absolut übertreiben.
00:27:13: Da waren dann das Bundesinstitut für Risikobewertung, wobei ich das auch ein bisschen übertrieben halte.
00:27:18: Aber so zwei Esslöffel, ein-zwei Esslöffel leinsamen gehören wirklich zu meiner täglichen... Routine, weil sie eben so ein fantastischer Liferant von Ballaststoffen, Omega-Dreifettsäuren diese Schleimstoffe noch dazu Mineralien.
00:27:34: Das hat fast kein anderes Nahrungsmittel.
00:27:37: Vielen Dank!
00:27:38: Ein Leser hat sich mit folgender Frage gemeldet gerade habe ich mit großem Interesse wie immer ihre FHZ-Kolumne über Osteoporose gelesen.
00:27:47: Dabei haben sie sich auch in einem Nebensatz relativ negativ zur Dauereinnahme, jetzt sind wir wieder beim Thema von Eben, von Säureblockern geäußert.
00:27:55: Ich nehme seit Jahren wegen Reflux Omeprazol-Xmg, mein Hausarzt meint das würde nicht nur Beschwerden mindern sondern letztlich auch signifikant das Speiseröhrenkrebsrisiko reduzieren Und das wäre schwerwiegender als die möglichen Nebenwirkungen.
00:28:10: Was ist Ihre Meinung dazu?
00:28:12: zu meiner Person?
00:28:12: Ich bin siebzig, sehr schlank und sportlich!
00:28:15: Also ich gehe schwer davon aus dass hier eine schwere Reform einer Speiseröhrenentzündung vorliegt vielleicht sogar ein sogenannte Berterkrankung, das nochmal so ne Sonderform.
00:28:27: und da empfiehlt man tatsächlich eine lebenslange Einnahme dieser Medikamente und da ist es auch gut und richtig.
00:28:35: Das ist aber eher selten.
00:28:38: Es gibt Daten zur Einnahme von Protonpumpenhämmern, da hat man ein, das wird wie Smarties und das Volk gemischt.
00:28:46: Also es ist fast ... Auch wenn gerade die Sohn gegeben wird oder wenn Menschen Entzündungshämmer wie Ibuprofen oder Dicklofinac geben, dann war das immer so ein Reflex, ja?
00:28:58: Man verordnet schnell PPI's dazu.
00:29:01: Und das ist die Problematik dann werden die irgendwie vergessen abzusetzen.
00:29:06: Aber es ist jetzt nicht damit gemeint, dass eher selten aber existierende Indikationen von schweren Speiseröhren entstehen, wo das natürlich gut ist, das dann lebenslang zu nehmen.
00:29:18: Matthias Quetschlich fragt ich habe keine Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes.
00:29:23: dennoch überlege ich Haushaltszucker soweit wie möglich zu reduzieren oder durch andere Süßungsquellen zu ersetzen.
00:29:30: Dabei bin ich unsicher wie sinnvoll und gesund das tatsächlich ist.
00:29:33: Konkret denke ich an zwei Formen der Substitution, erstens Süßen mit Früchten zum Beispiel beim Backen auf Bananen oder getrocknete Datteln setzen die ja dennoch einen hohen Fruktoseanteil besitzen.
00:29:43: zweitens Verwendung alternativer Süßungsmittel.
00:29:46: hier interessiert mich insbesondere Tagartose.
00:29:49: verschiedene Quellen schreiben dass es dem Blutzucker kaum ansteigen lasse und zudem für die Zahngesundheit günstiger sei.
00:29:55: meine Frage lautet daher Handelt es sich hier tatsächlich um deutlich bessere Alternativen oder sind sie im Alltag eher nur aufwendiger und teurer ohne spürbaren gesundheitlichen Mehrwert?
00:30:13: Die Datteln schneiden in den Studien immer gut ab, sind sehr süß.
00:30:20: Es ist wirklich auch viel Fruchtzucker drin aber es sind eben auch Ballaststoffe und das sind sekundäre Pflanzenstoffe drin.
00:30:27: noch extremer als bei Honig wo man im Prinzip ja sagen würde der kann nicht gesund sein weil da so viele Fructose drin ist.
00:30:35: Aber in den Studien hat er sogar eine Schutzwirkung auf Diabetes Typ zwei.
00:30:40: Das scheint dann im Ensemble mit den sekundären Pflanzenstoffen die die im Honig drin sind, auf einmal zu einer positiven Bilanz zu führen.
00:30:50: Bei Bananen muss man ein bisschen gucken, bananen sind jetzt nicht so ein supergesundes Obst.
00:30:57: also die im Verhältnis zur anderen Obstsorten ich weiß schon ja viele machen das auch ins Müsli und so rein ist lecker.
00:31:04: aber die würde ich jetzt nicht auf die gleiche Ebene wie Honig- und Datteln setzen.
00:31:14: Tagartose, das ist natürlich spannend.
00:31:19: Ich glaube man kann es nicht einschätzen.
00:31:21: Das erst mal wird ja aus der Milch in einem lebensmitteltechnologischen Prozess, wird das extrahiert verändert also aus der Laktose heraus und da kann man jetzt sagen ist er natürlich dann kommt ja irgendwie auch in den Milch vor.
00:31:41: Aber so wie es dann eben hergestellt wird, ist es doch künstlich.
00:31:45: Also das ist auch als Novel Food zugelassen.
00:31:48: Das ist eine regulatorische Einschätzung und sagt okay, das ist ein Food aber irgendwie neu.
00:31:53: Da gab's unsere Oma kannte das noch nicht.
00:31:56: Und jetzt tatsächlich ist es wie nicht so Kariogein dass das stimmt.
00:32:01: also für die Zähne ist das erstmal gut.
00:32:04: Ich habe aber trotzdem meine Vorbehalte.
00:32:07: Das ist von der Industrie entwickelt, PepsiCo ist da drin und so.
00:32:12: Eigentlich haben wir gelernt dass all diese neuen Süßstoffe die also so wie sie konzipiert sind nicht in der Natur vorkommen für das Darm Mikrobiom in der Regel schädlich sind weil sie eben Matchen, weil da keine Passung besteht mit dem was das Daumikrobium über Jahrhunderte irgendwie gekannt hat.
00:32:36: Und insofern würde ich sagen man kann also wenn jetzt Karies das Problem ist es sicherlich gut.
00:32:42: Ich wäre aber dennoch zurückhaltend und ich glaube einfach ganz wichtig auch sich von diesem Süßgeschmack eher ein bisschen zu befreien.
00:32:51: und bisher hat diese Story nicht überzeugt dass man durch alternative Süßungsmittel weiter total süß essen kann, aber es gesund ist.
00:33:02: Das hat bisher einfach nicht geklappt!
00:33:05: Die einzige Ausnahme würde ich tatsächlich sagen, ist Honig.
00:33:10: Aber bitte jetzt auch keine hundert Gramm Honig am Tag essen.
00:33:14: Auch da geht's um den maßvollen Umgang.
00:33:18: Wie sieht es dann mit Ahornsirup aus?
00:33:20: Der müsste okay sein, oder?
00:33:21: Ja, ahornsirups hat sekundäre Pflanzenstoffe.
00:33:26: Hat ja auch eine dunkle Farbe aber der schneidet bei den Studien wiederum eher schlechter ab.
00:33:31: Also ist tatsächlich so dass man sagen muss Bei den künstlichen Süßungsmittel die da alle sind Die haben bisher allen ungünstigen Effekte aufs Mikrobiom gezeigt.
00:33:41: AhornsIRUP und solche natürlichen süßen haben doch So ein hohen Fructosegehalt und so einen eher bescheidenen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen, dass sie auf den Stoffwechsel nicht gut wirken.
00:33:54: Also auch das fettlebere Risiko erhöhen.
00:33:57: Tatsächlich ist eben nur Honig als natürliches Nahrungsmittel da anders in der... ...in den wissenschaftlichen Ergebnissen.
00:34:06: Und Stevia ist noch eine Ausnahme.
00:34:08: also Stevia tatsächlich hat auch eher günstige Wirkung auf Stoffwechsel.
00:34:14: Diabetes Typ II.
00:34:18: Ich muss sagen, ich nutze keine Süßstoffe.
00:34:21: Aber wenn ich mal Stevia probiere ist es leider ein bisschen bitter, so metallisch bitter.
00:34:26: Das führt dazu dass Stevia trotz dieser guten Daten irgendwie unpopulär bleibt.
00:34:32: Und die letzte Frage kommt von Thomas Grichenbauer und der möchte wissen wie es neben Joghurt und Käse um die gesundheitlichen Vorteile von Quark steht?
00:34:41: Ja quark ist natürlich eine hervorragende Proteinquelle hat jetzt nicht das tolle Fermentierungsplus von Kefir Joghurt, aber Quark ist schon als Proteinquelle gut.
00:34:56: Man muss ein bisschen die gesättigten Fette im Blick haben.
00:35:00: also da würde ich dann doch eher auf die fettarme Version hin empfehlen weil sonst kann man eben dann doch den kolisteren Hinspiegel damit auch ziemlich in die Höhe treiben.
00:35:12: Wunderbar Andreas.
00:35:13: damit haben wir unser heutiges Programm abgearbeitet, es war aufschlussreich wie immer und wir sprechen uns in einem Monat wieder.
00:35:20: Vielen Dank!
00:35:21: So machen wir das lieber geil.
00:35:23: Tschüss!
00:35:26: Weiterführende Hinweise finden Sie in den Show Notes und alle bisherigen Kolumnenfolgen auf unserer Homepage FAZ.net.
00:35:33: Außerdem sei noch einmal darauf hingewiesen dass Andreas Michalsen Ihre Fragen gerne im Podcast beantwortet.
00:35:37: schreiben sie uns an.
00:35:38: richtig-essen at FAZ .de.
00:35:42: Dieser Podcast wird produziert von Kevin Greml und David Brucklacher.
00:35:45: Und die nächste Folge mit Andreas Michalsen gibt es
00:35:47: in
00:35:48: einem Monat, bis bald!
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